Newsletter März 2026
Gemeindegesetzrevision und Gemeindestrukturen: Informationsanlass vom 1. April 2026
Die Gemeindeammänner-Vereinigung des Kantons Aargau (GAV) lädt in Zusammenarbeit mit dem Verband Finanzfachleute Aargauer Gemeinden sowie unserem Verband - mit Unterstützung des Kantons Aargau - zu einer Informationsveranstaltung zur Totalrevision des Gemeindegesetzes sowie zur Entwicklung von Gemeindestrukturen ein. Der Anlass findet am Mittwoch, 1. April 2026, um 15:00 Uhr in der SICKINGA-Halle in Untersiggenthal statt. Zu dieser Veranstaltung sind alle Verbandsmitglieder herzlich eingeladen.
Aus organisatorischen Gründen bitten wir um eine Anmeldung bis am 25. März 2026 via QR-Code in der Einladung oder über diesen Link: Anmeldung
Der Vorstand freut sich, zahlreiche Verbandsmitglieder an dieser Veranstaltung begrüssen zu dürfen. Die anstehenden Fragen zur Revision des Gemeindegesetzes und zur Weiterentwicklung der Gemeindestrukturen sind für die Zukunft der Gemeinden von grosser Bedeutung.
Einladung zum Informationsanlass [pdf, 413 KB]
Traktandenliste zur offenen Generalversammlung der GAV [pdf, 136 KB]
Übersichtsplan Parkierung [pdf, 1.0 MB]
Generalversammlung vom Montag, 4. Mai 2026, in Stein
Anfangs April 2026 wird den Mitgliedern die Einladung zur nächsten ordentlichen Generalversammlung am Montag, 4. Mai 2026, in Stein im Bezirk Rheinfelden elektronisch per E-Mail zugestellt. Die Versammlung im Saalbau beginnt um 9 Uhr. Als Referent dürfen wir Peter Merz, CEO der staatlichen Flugsicherung Skyguide und ehemaliger Kommandant der Schweizer Luftwaffe, begrüssen.
Der Vorstand hofft, viele Mitglieder im Fricktal willkommen heissen zu dürfen.
Neuaufnahme von Mitgliedern
Der Vorstand hat an seiner letzten Sitzung diese Kollegen neu in unseren Verband aufgenommen:
- Miyuki Verheijen, Gemeindeschreiberin in Zeiningen
- Barbara Meier, Stadtschreiber-Stellvertreterin in Aarau
- Daniela Hunziker, Gemeindeschreiberin in Riniken
- Dana Kissling, Stadtschreiberin-Stellvertreterin in Aarburg
Der Vorstand heisst die neuen Verbandsmitglieder herzlich willkommen und freut sich auf eine aktive Teilnahme am Verbandsgeschehen.
Mitgliedermutationen bitte melden
Bitte meldet Stellenwechsel, Pensionierungen, Änderungen bei den Personalien usw. an unseren Kollegen Stephan Kopp, Gemeindeschreiber in Biberstein. Für die Meldungen steht das Online-Formular auf unserer Website zur Verfügung.
Schutzstatus S: Umwandlung in Aufenthaltsbewilligung mit erheblichen Folgen für die Gemeinden
Im Frühjahr 2027 werden nach dem Ablauf von fünf Jahren die ersten Schutzstatus S-Ausweise in Aufenthaltsbewilligungen B umgewandelt. Dies hat für die Aargauer Gemeinden erhebliche Folgen: Mehrkosten bei der materiellen Hilfe, Auswirkungen auf die Wohnformen und die Aufnahmepflicht der Gemeinden als auch die Betreuung. Die Gemeindeammänner-Vereinigung des Kantons Aargau (GAV), der Verband Aargauer Sozialdienste (VAGS) und unser Verband haben sich deshalb im Dezember 2025 gemeinsam an Regierungsrat Jean-Pierre Gallati, Vorsteher des Departements Gesundheit und Soziales, gewandt, ihre Sorgen geäussert und um Unterstützung gebeten. Namentlich wurde Jean-Pierre Gallati aufgefordert, sich bei den zuständigen Bundesbehörden für Verbesserungen einzusetzen. Regierungsrat Gallati beantwortete unser Schreiben bereits im Januar 2026.
In der Folge fand anfangs März 2026 ein konstruktiver Austausch zwischen Kantons- und Gemeindevertretern statt. Es ist vorgesehen, die Gemeinden im April 2026 über die Folgen der absehbaren Aufhebung des Schutzstatus S zu informieren, dies auch im Hinblick auf das Budget 2027. Parallel dazu prüfen die Verbände mögliche Interventionen auf politischer Ebene, um eine höhere Beteiligung des Kantons an den Kosten der Unterstützung von Personen, die aus dem Schutzstatus S entlassen werden, zu erreichen.
Die Korrespondenz in dieser Sache findet ihr hier:
Schreiben der Verbände vom 18. Dezember 2025 [pdf, 322 KB]
Antwortschreiben von Regierungsrat Gallati vom 27. Januar 2026 [pdf, 1.8 MB]
Vorregistrierung Personendaten von einbürgerungswilligen Personen
Seit einigen Jahren werden von den Regionalen Zivilstandsämtern einbürgerungswillige Personen vorregistriert und deren Personendaten im informatisierten Personenstandsregister (Infostar) erfasst.
Vermehrt kommt es zu Situationen, in denen Personen Dokumente nicht oder nur schwer beschaffen können, was die Erfassung der Personendaten verzögert. Zudem müssen, je nach ausländerrechtlichem Status, die beim Staatssekretariat für Migration hinterlegten Unterlagen angefordert werden. Die Bearbeitungsfrist für die Beschaffung dieser Unterlagen beim Staatssekretariat für Migration beträgt teilweise mehrere Monate.
Diese Unterlagen sind jeweils zwingend notwendig, um die Erfassung vorzunehmen oder bei der kantonalen Zivilstandsaufsicht einen Antrag zur Entgegennahme einer Erklärung zum Nachweis nicht streitiger Angaben zu stellen resp. weitere Schritte einleiten zu können.
Häufig wenden sich Personen an die Zivilstandsämter und beklagen, dass der staatsbürgerliche Test abzulaufen droht und deshalb eine beschleunigte Bearbeitung notwendig sei. Aufgrund der strengen Erfassungsregeln und Voraussetzungen ist dies jedoch nicht möglich. Der Aargauische Verband für Zivilstandswesen bittet daher alle Verbandsmitglieder sowie die zuständigen Stellen, darauf hinzuweisen, dass in allen Fällen einbürgerungswillige Personen darauf aufmerksam gemacht werden müssen, dass zuerst die Erfassung der Personendaten abgeschlossen sein muss, bevor das weitere Verfahren eingeleitet werden kann. Wir bitten euch, diese Informationen an die zuständigen Stellen weiterzuleiten.
Meldung ausländische Sozialhilfeempfänger:innen: Statistik 2025 und Aufruf
Der Bezug von Sozialhilfe kann zu ausländerrechtlichen Massnahmen durch das kantonale Amt für Migration und Integration (MIKA) führen. Damit das MIKA die notwendigen Informationen erhält, sind die Gemeinden verpflichtet, entsprechende Meldungen zu erstatten. Das MIKA erstellt jährlich eine Statistik über Art und Anzahl der Meldungen sowie der daraus resultierenden Massnahmen. Die Statistik für das Jahr 2025 liegt vor:
Statistik 2025 [pdf, 2.7 MB]
Auch im fünften Jahr des digitalisierten Meldewesens haben nicht alle Gemeinden Meldungen abgesetzt. Von knapp über einem Drittel der Aargauer Gemeinden ging im Jahr 2025 keine einzige Meldung ein. Darunter befinden sich allerdings auch einige Gemeinden, die keine Sozialhilfe an ausländische Personen ausgerichtet haben. Bei den eingegangenen Meldungen beschränkt sich die Mehrheit der Gemeinden weiterhin auf die Minimalangaben. Die sogenannten Fallproblematiken werden zwar häufiger als früher erfasst, jedoch in den meisten Fällen nicht vollständig genutzt.
Nach fünf Jahren zeigt sich, dass die technischen Systeme zuverlässig funktionieren. Die Anzahl und insbesondere die Qualität der Meldungen bleiben jedoch teilweise unbefriedigend. Das Amt für Migration und Integration ist auf die Meldungen der Gemeinden angewiesen, damit bei schweren Fällen ausländerrechtliche Massnahmen - im Einzelfall bis hin zum Wegfall des Aufenthaltsrechts - verfügt werden können. Der Vorstand ruft die Gemeinden dazu auf, die Meldungen konsequent zu übermitteln und diese mit qualitativen Aussagen in Form von vollständig erfassten Fallproblematiken zu versehen.
Schreiben Vorsteher DVI an Gemeinden vom 17. Februar 2026 [pdf, 1.4 MB]
Weisung betreffend Meldung ausländische Sozialhilfeempfänger:innen [pdf, 79 KB]
Bezug des SIA-Normenpakets zum Vorzugspreis für Aargauer Gemeinden
Der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) schafft mit seinem weitverbreiteten Normenwerk anerkannte, nationale Regeln der Baukunde. Es ist das massgebende Regelwerk für das Planen und Bauen in der Schweiz und stellt somit wichtige Richtlinien für den gestalteten Lebensraum dar. In der Aargauer Bauverordnung werden an verschiedenen Stellen SIA-, VSS- oder andere Normen für verbindlich oder aber direkt anwendbar erklärt. Diese Normen werden im Alltag bei der Bearbeitung von Baugesuchen und baurechtlichen Fragestellungen von den Gemeinden benötigt.
Seit einiger Zeit können Aargauer Gemeinden zum Vorzugspreis von jährlich 302 Franken ein Abonnement beziehen. Das SIA-Normenpaket kann hier bestellt werden. Die Auslieferung erfolgt ausschliesslich in digitaler Form. Die im Normenpaket enthaltenen Normen sind unter dem vorgenannten Link ersichtlich.
Baukasten Wohnbauförderung
Das Bundesamt für Wohnungswesen hat einen Baukasten "Preisgünstiger Wohnraum" für Städte und Gemeinden entwickelt und an der Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz vorgestellt. Der Baukasten zeigt systematisch mögliche kommunale Massnahmen in den Bereichen Planung, Finanzierung und Kommunikation auf. Die einzelnen Instrumente werden mit konkreten Beispielen aus kleinen und grossen Schweizer Gemeinden illustriert.
Auch verschiedene Aargauer Gemeinden sind wohnbaupolitisch aktiv geworden. Der Baukasten "Preisgünstiger Wohnraum" steht unter diesem Link zur Verfügung:
www.bwo.admin.ch/baukasten
Der Verband Aargauer Gemeindeschreiberinnen und Gemeindeschreiber auf Social Media
Neben der Website www.gemeinden-ag.ch und dem periodischen Newsletter informiert unser Verband auch über die Social-Media-Kanäle LinkedIn und Instagram über aktuelle Themen, Veranstaltungen und Aktivitäten des Verbands. Mit diesen Plattformen will der Vorstand die Präsenz unseres Verbands stärken und den Austausch innerhalb der Gemeindelandschaft zusätzlich fördern.
Folgt unserem Verband auf:
LinkedIn
Instagram
Smart Service Portal und Fit4Digital
eTax Aargau: Zwischen Medienecho und Realität
Seit der Einführung von eTax Aargau Ende Januar 2026 häufen sich Medienberichte über Probleme mit dem neuen Steuersystem. Doch wie gravierend sind die Schwierigkeiten tatsächlich?
Einwohnende meldeten sich bei Zeitungsredaktionen, Kommentarspalten füllten sich mit Frustberichten und die Aargauer Zeitung fragte provokant, ob der eTax-Support überlastet sei. Wer nur die Schlagzeilen liest, könnte meinen, der Kanton stecke mitten in einem digitalen Desaster. Die aktuellen Nutzungszahlen erzählen jedoch eine ganz andere Geschichte. Per 5. März 2026 - fünf Wochen nach Go-Live - verzeichnete eTax Aargau bereits 73'400 eröffnete und 36'910 übermittelte Steuererklärungen. Zum Vergleich: Mit dem alten System EasyTax waren zum selben Zeitpunkt 2024 rund 28'590 und 2023 nur 23'985 Einreichungen eingegangen. Die neue Lösung hat die Vorjahreswerte also deutlich übertroffen.
Natürlich gab es auch Supportanfragen. 1'500 eTax-Tickets und rund 2'400 Anrufe, dazu gut 1'000 AGOV-Tickets und 2'490 Anrufe. In Relation gesetzt ergibt das eine Ticketrate von 2,34 Prozent für eTax und 2,04 Prozent für AGOV. Über 97 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer kamen also ohne Supportkontakt zurecht. Für die gleichzeitige Einführung einer neuen Plattform und eines neuen Authentifizierungsdienstes ist das bemerkenswert tief.
Die Diskrepanz zwischen Daten und Wahrnehmung ist ein bekanntes Muster. Wer seine Steuererklärung problemlos einreicht, schreibt keine E-Mail an die Zeitung. Wer am Login scheitert, sucht ein Ventil und prägt damit das öffentliche Bild weit stärker als die grosse Mehrheit, die das System ohne Probleme nutzt. Solltet auch ihr auf Schwierigkeiten stossen oder Unterstützung benötigen, steht euch der kantonale Support zur Verfügung: Für Fragen zur Anmeldung mit AGOV unter Tel. 062 835 20 30 und für Fragen zu eTax Aargau unter Tel. 062 835 20 25. Weitere Informationen und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findet ihr unter www.ag.ch.
Smart Services Aargau: Rückblick auf das Jahr 2025
Das Jahr 2025 stand bei Smart Services Aargau im Zeichen der Weiterentwicklung der digitalen Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden. Gemeinsam wurden wichtige Grundlagen geschaffen, um Verwaltungsleistungen für Bevölkerung und Unternehmen einfacher und digital zugänglich zu machen.
Ein zentraler Meilenstein war die Weiterentwicklung des Smart Service Portals. Ende 2025 standen 516 digitale Services zur Verfügung. Die Zahl der Benutzerkonten stieg auf 165'000, und die Plattform verzeichnete rund eine Million Besuche – ein deutliches Zeichen für die steigende Nutzung digitaler Verwaltungsangebote. Auch technisch wurden wichtige Fortschritte erzielt. Mit der Einführung von AGOV als Login-Lösung, der Modernisierung der Systemarchitektur sowie dem neuen Service "Benachrichtigungen" wurden zentrale Voraussetzungen für eine sichere und effiziente Weiterentwicklung geschaffen. Mehrere Fachprojekte wurden umgesetzt oder weiterentwickelt, darunter die digitale Baugesuchsabwicklung (eBau/DIBA), Verbesserungen bei eUmzugAG sowie beim Fundservice. Diese Lösungen tragen dazu bei, Verwaltungsprozesse effizienter und medienbruchfrei abzuwickeln.
Auch die Zusammenarbeit mit den Gemeinden wurde weiter vertieft. Über Fit4Digital wurden kommunale Services ausgebaut. Seit dem Start wurden über 119'000 Bestellungen über kommunale Online-Services abgewickelt.
Ausblick 2026
Im Jahr 2026 stehen strategische Weichenstellungen zur weiteren Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden im Mittelpunkt. Gleichzeitig werden bestehende Services weiter ausgebaut und neue Funktionen - etwa im Bereich Online-Zahlung und E-ID - vorbereitet. Den vollständigen Jahresbericht findet ihr hier.
Nutzungszahlen der kommunalen Services im Smart Service Portal
Die kommunalen Services sind nun seit fast schon vier Jahren kundenzentriert über das kantonale Smart Service Portal verfügbar. Der Januar 2026 war dabei der neue Rekordmonat. Mit 5'576 wurde der vorherige Rekordmonat Juli 2025 mit fast 800 mehr Bestellungen deutlich übertroffen. Weitere Zahlen:
- Über 130'700 abgewickelte Kunden-Bestellungen; derzeit rund 120 bis 200 pro Tag
- Geldwert der abgewickelten Kundenbestellungen aktuell bei rund 3.68 Mio. Franken
- Über 1'750 Gemeinde-Benutzer aus knapp 170 Gemeinden